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Was sind gute Argumente für einen Bürgerrat?

Gute Argumente, um Skeptikerinnen und Skeptiker ins Nachdenken zu bringen:

Mit Bürgerräten erklären wir unsere repräsentative Demokratie doch für gescheitert?
  • Nein, Bürgerräte sollen und können kein Ersatz für gewählte Gremien sein. Vielmehr ergänzen und stärken sie die repräsentative Demokratie vor Ort. Sie schaffen zusätzliche demokratische Räume für die Begegnung und Diskussion, wobei die Alltagsexpertise der vielfältigen Teilnehmer im Mittelpunkt steht – und nicht die Interessen einzelner (Gruppen) oder die Argumente der Lautesten.
Von einem Bürgerrat profitieren doch nur die Ausgelosten?
  • Durch die Zufallsauswahl wird eine möglichst diverse Gruppe zusammengebracht. Auch Menschen, die sonst nicht gehört werden, sind dabei. Bürgerräte schaffen deshalb Weitblick und neue Perspektiven für Zukunftsfragen, die die gesamte Kommune betreffen. Außerdem entsteht dabei Verständnis für andere Sichtweisen und die Arbeit von Politik und Verwaltung. Und viele Beispiele zeigen: Am Ende beschleunigt die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger Planungs- und Umsetzungsprozesse – so profitieren alle Menschen vor Ort.
Aber wenn am Ende doch sowieso nur die kommen, die wollen – wo bleibt dann die Diversität?
  • Die Freiwilligkeit der Teilnahme ist eine Grundvoraussetzung bei der Gewinnung der Teilnehmenden für einen Zukunftsrat/ Bürgerrat, die nicht umgangen werden kann. Um dennoch eine möglichst vielfältige Gruppe zusammenzubringen, gibt es aber erprobte Strategien, wie doch möglichst viele der Ausgelosten von einer Teilnahme überzeugt werden können. Einige konkrete Ideen, um die Vielfalt innerhalb eines Bürgerrats zu fördern, gibt es hier.
Am Ende kann doch sowieso gar nicht alles umgesetzt werden – ist es dann nicht Scheinbeteiligung?
  • Von Anfang an muss klar sein, wie die Empfehlungen in den politischen Entscheidungsprozess eingebunden werden. Gerade, weil der Bürgerrat eben Empfehlungen hervorbringt und keine Entscheidungen! Das stärkt bei allen Gruppen das Vertrauen in die Demokratie. Falsche Versprechungen, die nicht eingehalten werden können, sollten unbedingt vermieden werden!
Wir wollen Beteiligung, aber bitte anders!
  • Das richtige Format für die richtige Fragestellung ist Voraussetzung für gute Bürgerbeteiligung. Bürgerräte sind nicht die einzige Beteiligungsform und passen nicht zu jeder Fragestellung. Im Gegenteil: sie sind sogar recht stark von Voraussetzungen abhängig, die das Verfahren selbst nicht beeinflussen kann. In einem Bürgerrat geht es um die gemeinsame Verantwortung für Themen, die das Gemeinwohl betreffen. Er kann dazu beitragen, Spaltungen zu überwinden und ermöglicht inhaltliche Mitgestaltung – Wenn Sie unsicher sind, ob ein Bürgerrat das richtige Format ist: Nehmen Sie die Beratung von Mehr Demokratie e.V. in Anspruch oder wenden Sie sich an einen Beteiligungsexperten aus Ihrem Netzwerk.